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Emsys VPP und Ignitis erweitern virtuelles Kraftwerk um Ausgleichsenergie für Litauen

· Solaranlage kaufen Redaktion · 2 Min. Lesezeit

Einfamilienhaus mit vielen Photovoltaik-Modulen auf einem dunklen Ziegeldach vor blauem Himmel.
Pujanak / Wikimedia Commons (Public domain)

Partnerschaft für Netzstabilität im Baltikum

Das Oldenburger Unternehmen Emsys VPP realisiert für das litauische Energieunternehmen Ignitis ein Virtuelles Kraftwerk (Solarserver). Die Partner erweitern ihre Zusammenarbeit nun um ein Modul zur Bereitstellung von Ausgleichsenergie für den baltischen Strommarkt. Durch die Integration von Batteriespeichersystemen entsteht die digitale Infrastruktur, die für die Frequenzregelung und die Stabilisierung des litauischen Stromnetzes erforderlich ist.

Nachdem sich Estland, Lettland und Litauen im Februar 2025 mit dem kontinentaleuropäischen Stromnetz synchronisiert haben, ist die Systemstabilität noch wichtiger geworden (Windkraft-Journal). Am 8. Februar 2025 vollzogen die baltischen Staaten den Wechsel vom russisch kontrollierten IPS/UPS-System. Bereits einen Tag darauf war der Anschluss an den kontinentaleuropäischen Synchronraum ENTSO-E vollzogen. Diese Umstellung führt zu neuen Aufgaben bei der Frequenzregelung und beim Ausgleich kurzfristiger Schwankungen.

„Insbesondere Batteriespeichersysteme können sehr schnell auf Veränderungen im Netz reagieren und spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Erhöhung der Flexibilität des Stromnetzes.“ — Eike Arndt, Geschäftsführer von Emsys VPP

Technische Anforderungen und Präqualifizierung

Um am Ausgleichsmarkt teilnehmen zu können, müssen die Anlagen technisch angeschlossen und vorqualifiziert sein. Zusätzlich ist eine Anbindung an das Steuerungssystem des litauischen Übertragungsnetzbetreibers Litgrid erforderlich. Gegenwärtig konzentriert sich das Projekt auf automatische und manuelle Frequenzwiederherstellungsreserven (aFRR und mFRR).

Kurzfristige Abweichungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch werden durch Ausgleichsenergie ausgeglichen, wodurch die Netzfrequenz von 50 Hz stabil bleibt. Wenn die Erzeugung unerwartet zurückgeht, kann positive Ausgleichsenergie durch die Einspeisung von Energie aus Speichersystemen aktiviert werden. Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Die erforderliche Reaktionszeit entscheidet darüber, ob Frequenzeinhaltungsreserven (FCR), aFRR oder mFRR eingesetzt werden. Diese Dienste wirken in verschiedenen Zeitrahmen und stellen gemeinsam das Gleichgewicht im Stromnetz wieder her.

Zukünftig könnte die Lösung auf weitere Flexibilitätsquellen wie Wind- und Solarkraftwerke ausgeweitet werden.

„Die Erweiterung des VPP um das Ausgleichsleistungsmodul ist ein wichtiger nächster Schritt in unserer Zusammenarbeit mit emsys VPP.

Hintergrund und Förderung

Seit 2024 kooperieren Ignitis und Emsys VPP. Zunächst wurde das Virtuelle Kraftwerk eingesetzt, um die Direktvermarktung des rund 650 MW großen Portfolios von Ignitis zu ermöglichen. Zum Leistungsumfang gehören zudem Erzeugungsprognosen für das Wind- und Solarportfolio. Auf dem Intraday-Markt werden Batteriespeichersysteme bereits erfolgreich gehandelt.

Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erhält das Projekt eine Förderung. Die Unterstützung erfolgt im Rahmen des Programms „Lösungen für erneuerbare Energien" der Deutschen Energielösungsinitiative.

  • Emsys VPP (Oldenburg) und Ignitis erweitern Partnerschaft seit 2024
  • Das Virtuelle Kraftwerk verwaltet ein Portfolio von rund 650 MW
  • Batteriespeicher ermöglichen schnelle Netzreaktion für Frequenzregelung
  • Anbindung an Litgrid für Teilnahme am Ausgleichsmarkt erforderlich
  • Lösung könnte zukünftig auf Wind- und Solaranlagen ausgeweitet werden

Quellen

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