Balkonkraftwerk-Rechner: Ersparnis & Amortisation
Mit unserem Balkonkraftwerk Rechner schätzen Sie ab, wie viel Strom ein Steckersolargerät an Ihrem Standort erzeugt, wie viel davon Sie selbst nutzen und nach wie vielen Jahren sich die Anschaffung rechnerisch bezahlt macht. Sie geben Modulleistung, Ausrichtung, Anschaffungskosten und Ihren Strompreis ein; alle Felder sind mit belegten Standardwerten vorbelegt (Stand: 02.10.2026) und lassen sich überschreiben. Das Ergebnis ist eine Orientierung, keine Garantie. Zurück zur Startseite.
So funktioniert der Balkonkraftwerk-Rechner
Der Rechner arbeitet in drei Schritten:
- Jahresertrag: Modulleistung in Watt-Peak × spezifischer Ertrag (kWh pro Wp und Jahr). Als Standard nutzen wir 0,7 kWh/Wp. Das entspricht dem Beispiel der Verbraucherzentrale, nach dem ein senkrecht nach Süden montiertes 400-Watt-Modul etwa 280 kWh im Jahr erzeugt (Stand 24.07.2026).
- Selbst genutzter Anteil: Nur Strom, den Sie im Moment der Erzeugung verbrauchen, senkt Ihre Stromrechnung. Im Beispiel der Verbraucherzentrale verringern rund 200 der 280 kWh den Netzbezug, also gut 70 %. Diesen Wert setzen wir als Standard. Wer tagsüber kaum Strom verbraucht, sollte ihn senken.
- Ersparnis und Amortisation: selbst genutzte kWh × Strompreis ergibt die jährliche Ersparnis. Anschaffungskosten geteilt durch diese Ersparnis ergibt die einfache Amortisationszeit.
Eingespeister Überschuss bringt in der Regel kein Geld: Steckersolargeräte werden laut Bundesnetzagentur üblicherweise mit unentgeltlicher Abnahme betrieben. Wer stattdessen eine Einspeisevergütung möchte, braucht einen Zweirichtungszähler und verzichtet auf die vereinfachten Regeln für Steckersolargeräte.
Balkonkraftwerk-Ersparnis berechnen: Rechenbeispiel
Ein Beispiel mit den Standardwerten:
| Eingabe / Schritt | Wert |
|---|---|
| Modulleistung | 800 Wp (2 × 400 Wp) |
| Spezifischer Ertrag (senkrecht, Süd) | 0,7 kWh/Wp |
| Jahresertrag | 560 kWh |
| Selbst genutzt (70 %) | 392 kWh |
| Strompreis (BDEW, Stand 21.08.2026) | 37,0 ct/kWh |
| Ersparnis pro Jahr | ca. 145 € |
Die Balkonkraftwerk-Ersparnis berechnen Sie also so: Ertrag × Eigenverbrauchsanteil × Strompreis. Den höchsten Jahresertrag bringt laut Verbraucherzentrale ein nach Süden ausgerichtetes Modul mit 30 Grad Neigung; senkrecht montierte Module liefern dafür im Winterhalbjahr mehr nutzbaren Strom. Für einen hohen Eigenverbrauch werden oft zwei Module flach nach Osten und Westen kombiniert. Tipps zur Montage finden Sie bei den Balkonkraftwerk-Halterungen.
Balkonkraftwerk-Amortisation: Wovon sie abhängt
Die Verbraucherzentrale nennt für zwei Module Gerätekosten von etwa 200 bis 300 Euro, meist ohne Befestigungsmaterial; dafür kommen je Modul rund 50 bis 100 Euro hinzu (Stand 24.07.2026). In der Regel amortisiert sich ein Steckersolargerät demnach innerhalb von drei bis fünf Jahren. Mit unserem Beispiel ergibt sich bei angenommenen 500 Euro Gesamtkosten eine einfache Balkonkraftwerk-Amortisation von rund 3,4 Jahren (500 € ÷ 145 €).
Die wichtigsten Stellschrauben:
- Eigenverbrauch: Je mehr Strom Sie tagsüber verbrauchen, etwa durch Grundlast von Kühlschrank und Router oder durch Waschgänge zur Mittagszeit, desto größer ist der selbst genutzte Anteil.
- Ausrichtung und Verschattung: senken den spezifischen Ertrag unter Umständen deutlich.
- Strompreis: Je höher Ihr Arbeitspreis, desto schneller rechnet sich die Anlage.
- Umsatzsteuer: Balkonkraftwerke ab 300 Watt fallen laut Bundesfinanzministerium seit 01.01.2023 unter den Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG.
Nicht berücksichtigt sind Leistungsverluste über die Jahre, Strompreisänderungen und mögliche Reparaturen. Angebote vergleichen Sie in der Übersicht Balkonkraftwerke.
Mehr Modulleistung oder Speicher im Rechner
Seit dem Solarpaket I (Mai 2024) gilt: Der Wechselrichter darf höchstens 800 VA einspeisen, die Module dürfen zusammen bis zu 2.000 Wp leisten, und die Anlage wird vereinfacht im Marktstammdatenregister registriert. Laut der Produktnorm DIN VDE V 0126-95, die seit 01.12.2025 für Steckersolargeräte ohne Speicher gilt, genügt ein Schukostecker bis 960 W Modulleistung; darüber ist ein spezieller Einspeisestecker nötig. Mehr als 800 VA Einspeiseleistung ist kein Balkonkraftwerk mehr, sondern eine reguläre PV-Anlage mit Elektriker und Netzanmeldung. Details erklärt der Ratgeber Balkonkraftwerk-Regeln.
Bei mehr als 800 Wp begrenzt der Wechselrichter mittags die Leistung; der einfache Faktor im Rechner bildet diese Kappung nicht ab und überschätzt den Ertrag großer Sets etwas. Für Speicherlösungen empfehlen wir zusätzlich den Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin. Speicher kosten laut Verbraucherzentrale Niedersachsen meist 200 bis 400 Euro je kWh (Stand 01.07.2026) und rechnen sich bei kleinen Anlagen mit zwei Modulen weniger gut. Stiftung Warentest bewertete im März 2026 drei von fünf Balkonkraftwerk-Speichern wegen zu starker elektromagnetischer Störungen mit „mangelhaft“. Ob sich das für Sie lohnt, lesen Sie unter Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?; passende Sets finden Sie unter Balkonkraftwerke mit Speicher. Für Dachanlagen nutzen Sie unseren PV-Rechner.
Häufige Fragen
Wie genau ist der Balkonkraftwerk-Rechner?
Er liefert eine Abschätzung auf Basis typischer Werte: 0,7 kWh pro Watt-Peak und Jahr, rund 70 % Eigenverbrauch und 37,0 ct/kWh Strompreis (BDEW, Stand 21.08.2026). Der tatsächliche Wert hängt von Ausrichtung, Verschattung und Verbrauchsverhalten ab.
Bekomme ich Geld für eingespeisten Strom aus dem Balkonkraftwerk?
In der Regel nicht. Steckersolargeräte werden laut Bundesnetzagentur üblicherweise mit unentgeltlicher Abnahme betrieben. Eine Einspeisevergütung ist nur mit Zweirichtungszähler und ohne die vereinfachten Steckersolar-Regeln möglich. Der Rechner setzt die Vergütung deshalb standardmäßig auf 0 ct/kWh.
Wie lange dauert die Amortisation eines Balkonkraftwerks?
Die Verbraucherzentrale nennt in der Regel drei bis fünf Jahre (Stand 24.07.2026). Ein Speicher erhöht die Anschaffungskosten und kann die Amortisationszeit deutlich verlängern.
Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt?
Bei senkrechter Montage nach Süden rechnet der Rechner mit etwa 0,7 kWh pro Watt-Peak, also rund 560 kWh im Jahr für 800 Wp. Grundlage ist das Verbraucherzentrale-Beispiel: 400 W, etwa 280 kWh.
Darf ich mehr als 800 Watt Module anschließen?
Ja, bis zu 2.000 Wp Modulleistung sind erlaubt, solange der Wechselrichter höchstens 800 VA einspeist. Mit Schukostecker sind laut DIN VDE V 0126-95 bis 960 W Modulleistung zulässig, darüber braucht es einen speziellen Einspeisestecker. Mehr als 800 VA Einspeiseleistung gilt als reguläre PV-Anlage, die ein Elektriker anschließen und beim Netzbetreiber anmelden muss.
Quellen
- Steckersolar: Solarstrom vom Balkon direkt in die Steckdose – Verbraucherzentrale, abgerufen am 02. Oktober 2026
- BDEW-Strompreisanalyse – BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Balkon-Solaranlagen – FAQ – Bundesnetzagentur, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt, was gilt (noch) nicht? – Verbraucherzentrale, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Schuko-Stecker meistens ausreichend: VDE veröffentlicht Produktnorm für Stecker-Solar-Geräte – pv magazine Deutschland, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Batteriespeicher für Balkonkraftwerke: Lohnt sich das? – Verbraucherzentrale Niedersachsen, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Speicher für Balkonkraftwerke im Test – Stiftung Warentest, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Stecker-Solar-Simulator – HTW Berlin, abgerufen am 02. Oktober 2026
- FAQ „Umsatzsteuerliche Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen“ – Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 02. Oktober 2026
Inhalt zuletzt geprüft: 04. Oktober 2026