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Flachdach-Aufständerung

Eine Flachdachhalterung für Solarmodule stellt die Module auf dem nahezu ebenen Dach in einem festen Winkel auf, damit sie mehr Sonne einfangen, Regen abläuft und die Module gut hinterlüftet werden. Auf dieser Seite vergleichen wir Aufständerungssysteme für Flachdächer aus verschiedenen Shops – wir verkaufen selbst nichts. Darunter erklären wir, wann eine Süd- oder Ost-West-Ausrichtung sinnvoll ist, worin sich ballastierte und fest verankerte Systeme unterscheiden, was auf Bitumen- und Foliendächern zu beachten ist und welche Systeme Hersteller anbieten. Alle Montagesysteme für andere Dacharten finden Sie in der Übersicht PV-Unterkonstruktion.

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Ost-West-Aufständerung Flachdach oder Südausrichtung?

Auf einem Flachdach können Sie die Ausrichtung frei wählen. Die beiden üblichen Varianten:

  • Südaufständerung: Die Module zeigen in einer Reihe nach Süden. Damit sich die Reihen nicht gegenseitig verschatten, sind größere Reihenabstände nötig. Typische Anstellwinkel liegen bei 10 bis 15 Grad, einige Systeme erlauben 20 bis 30 Grad.
  • Ost-West-Aufständerung: Je zwei Module lehnen sich dachförmig aneinander, eins nach Osten, eins nach Westen. Laut Verbraucherzentrale erreicht diese Ausrichtung nicht ganz den Ertrag einer Südanlage, verteilt die Stromerzeugung aber stärker über den Tag von morgens bis abends – dadurch können Sie mehr Strom selbst nutzen.

Hersteller bieten oft beide Varianten mit denselben Grundkomponenten an. K2 Systems nennt für das Dome-6-System Aufständerungen von 10° oder 15° mit Süd- sowie Ost-West-Ausrichtung, Schletter für FixGrid Neigungen von 5°, 10° und 15° in einfacher (Süd) oder doppelter (Ost-West) Ausrichtung.

Ballast oder feste Verankerung

Bei der PV-Unterkonstruktion fürs Flachdach gibt es zwei Grundprinzipien:

  • Ballastierte Systeme (Auflastsysteme) liegen frei auf dem Dach und werden durch Gewichte – meist Betonsteine – gegen Wind gesichert. Die Dachabdichtung wird nicht durchbohrt. Schletter beschreibt FixGrid als solches Auflastsystem, K2 betont beim Dome 6 die durch Windkanaltests optimierte Ballastmenge.
  • Feste Anbindung verbindet das Gestell mit der Dachkonstruktion. K2 sieht eine Festanbindung bei Dächern mit mehr als 3° Neigung und geringen Lastreserven vor; die Variante Dome 6 Lifted LS wird mit Montageankern befestigt und ist laut Hersteller besonders für Dächer mit geringen Lastreserven geeignet.

Welche Lösung infrage kommt, hängt vor allem von der Statik ab: Ballast erhöht die Dachlast deutlich. Lassen Sie deshalb vor dem Kauf prüfen, welche Zusatzlast Ihr Dach aufnehmen kann. Hersteller bieten dafür Planungssoftware an: Schletter erstellt mit dem „Creator“ Entwürfe und Stücklisten, K2 nennt für die Planung mit statischem Nachweis die Software K2 Base.

PV-Anlage Bitumendach: Abdichtung schützen

Bitumenbahnen sind auf Flachdächern weit verbreitet. Für eine PV-Anlage auf dem Bitumendach gelten einige Besonderheiten:

  • Zustand der Abdichtung prüfen: Eine Solaranlage bleibt 20 Jahre und länger auf dem Dach. Ist die Abdichtung alt oder schadhaft, ist eine Sanierung vor der Montage meist sinnvoller als ein späterer Abbau. Die Verbraucherzentrale nennt als Grundvoraussetzung eine stabile, asbestfreie Dachdeckung.
  • Schutzlage verwenden: Gestellfüße und Ballast sollten nicht direkt auf der Abdichtung stehen. Schletter integriert beim FixGrid Pro Bautenschutzmatten. Fragen Sie beim Hersteller nach, ob Schutzmatte und Abdichtung miteinander verträglich sind.
  • Durchdringungen vermeiden oder fachgerecht abdichten: Ballastierte Systeme kommen ohne Bohrungen aus. Muss doch fest verankert werden, sollte die Abdichtung der Anker durch einen Dachdeckerbetrieb erfolgen.

Für geneigte Bitumen- und Foliendächer bietet K2 eigene Lösungen mit Ankerplatten oder Montagefüßen an, die mit SingleRail-Komponenten kombiniert werden. Für flach geneigte Dächer bis 10° nennt K2 das dachparallele System Dome Zero mit Festanbindung.

Systeme für die Flachdach-Aufständerung im Überblick

Die folgende Übersicht fasst Herstellerangaben zusammen (keine Bewertung):

System Ausrichtung Neigung laut Hersteller Befestigung
K2 Dome 6 (Xpress, Classic, LS-Varianten) Süd und Ost-West 10° oder 15° Ballast; Festanbindung bei > 3° Dachneigung und geringen Lastreserven; Lifted LS mit Montageankern
K2 Dome Zero dachparallel 0° Ballast; Festanbindung bei > 3° und geringen Lastreserven, damit Einsatz bis 10° Dachneigung
K2 TiltUp Vento verschiedene Modulanordnungen 20°, 25° oder 30° Betonfundament (Ballast) oder Betonanker
K2 GreenRoof Vento S-, A- oder V-Form, auch Ost-West 10° oder 15° für Grün- und Kiesdächer
Schletter FixGrid Süd oder Ost-West 5°, 10° oder 15° Auflastsystem ohne Dachdurchdringung
Schletter FlatGrid dachparallel 0° Auflastsystem ohne Dachdurchdringung

K2 gibt für Dome 6 und Dome Zero eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) an. Details zum Dome-6-System finden Sie auf der Produktseite K2 Dome 6, Modulklemmen und Erdungskomponenten unter K2 Klemmen und Erdung. Für geneigte Dächer gibt es eigene Montagesysteme, etwa für Trapezblech oder Ziegeldächer.

Abstände, Höhe und Mehrwertsteuer

Der Anstellwinkel bestimmt auch die Bauhöhe. Das Fachportal haustec rechnet für ein Modul mit einem Meter Breite bei 15° Anstellwinkel mit einer Oberkante von knapp 66 Zentimetern, bei 10° mit etwa 58 Zentimetern (bei angehobener Traufseite für bifaziale Module). Planen Sie außerdem Wartungsgänge und Abstand zur Attika ein; K2 nennt beim Dome 6 Classic flexible Reihenabstände für Wartungsgänge.

Steuerlich gilt: Die Dachhalterung zählt laut BMF-Schreiben vom 27.02.2023 zu den wesentlichen Komponenten einer PV-Anlage. Ihre Lieferung und Installation unterliegt deshalb nach § 12 Abs. 3 UStG dem Nullsteuersatz, wenn die Anlage auf oder nahe einem Wohngebäude errichtet wird – vereinfachend bei höchstens 30 kWp laut Marktstammdatenregister. Schrauben und ähnliches Zubehör sind ausdrücklich ausgenommen.

Häufige Fragen

Wie kann ich eine Solaranlage auf Bitumendach befestigen?

Auf flachen Bitumendächern werden Solarmodule meist mit einem ballastierten Gestell montiert, das ohne Bohrungen auf einer Schutzmatte steht und mit Betonsteinen beschwert wird. Reicht die Tragfähigkeit nicht oder ist das Dach stärker geneigt, wird das Gestell fest verankert; die Durchdringungen sollte dann ein Dachdeckerbetrieb abdichten.

Welche Neigung ist bei einer PV-Unterkonstruktion Flachdach üblich?

Hersteller bieten meist 10° oder 15° an, Schletter zusätzlich 5°. Für Südanlagen gibt es auch steilere Systeme, etwa K2 TiltUp Vento mit 20°, 25° oder 30°.

Bringt eine Ost-West-Aufständerung weniger Ertrag?

Pro Modul liegt der Ertrag laut Verbraucherzentrale etwas unter einer Südanlage. Dafür verteilt sich die Erzeugung stärker über den Tag, sodass Sie mehr Strom selbst nutzen können.

Muss ich vor der Montage die Statik prüfen lassen?

Ja, das ist dringend zu empfehlen. Ballastierte Systeme erhöhen die Dachlast erheblich. Ein Statiker oder der Fachbetrieb prüft, welche Zusatzlast das Dach aufnehmen kann; Hersteller wie K2 bieten dafür Planungssoftware mit statischem Nachweis an.

Fällt auf die Flachdachhalterung Mehrwertsteuer an?

Nein, wenn die Voraussetzungen von § 12 Abs. 3 UStG erfüllt sind. Laut BMF-Schreiben zählt die Dachhalterung zu den wesentlichen Komponenten einer PV-Anlage und ist bei Anlagen auf oder nahe Wohngebäuden mit 0 % besteuert. Schrauben und anderes Kleinzubehör sind davon ausgenommen.

Quellen

  1. K2 Systems Produktbroschüre – K2 Systems, abgerufen am 02. Oktober 2026
  2. Flachdachsysteme – Schletter Group, abgerufen am 02. Oktober 2026
  3. FixGrid – Schletter Group, abgerufen am 02. Oktober 2026
  4. Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist – Verbraucherzentrale Bundesverband, abgerufen am 02. Oktober 2026
  5. Doppelte Stromernte: Bifaziale Module auf Flachdächern – haustec.de, abgerufen am 02. Oktober 2026
  6. Nullsteuersatz für Umsätze im Zusammenhang mit bestimmten Photovoltaikanlagen (BMF-Schreiben vom 27.02.2023) – Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 02. Oktober 2026

Inhalt zuletzt geprüft: 04. Oktober 2026