VKU fordert 45 bis 50 statt 70 Gigawatt Offshore-Windkraft bis 2045
· Solaranlage kaufen Redaktion · 3 Min. Lesezeit

Nach Angaben des VKU sollen die gesetzlich vorgesehenen 70 Gigawatt bis 2045 für Windenergie auf See überprüft werden. In seiner Mitteilung vom 2. November 2026 fordert der Verband kommunaler Unternehmen ein Ziel von 45 bis 50 Gigawatt bis 2045.
Welches Ausbauziel schlägt der VKU vor?
Der Verband will das Offshore-Ziel reduzieren und zugleich eine verpflichtende Überbauung der Netzanschlussleistung auf See unterstützen, wie sie der Entwurf der Bundesregierung vorsieht. Maßgeblich sei aus Sicht des VKU nicht allein die installierte Leistung auf dem Papier, sondern der tatsächlich erzeugte und in das Stromsystem integrierte Strom.
Der Vorschlag liegt je nach vorliegender Veröffentlichung bei 45 bis 50 Gigawatt oder bei 50 Gigawatt (Windkraft-Journal). Das gesetzlich vorgesehene Ziel von 70 Gigawatt bis 2045 soll nach den Angaben des VKU überprüft werden. Damit richtet sich die Forderung nicht gegen den Offshore-Ausbau selbst, sondern gegen eine Zielzahl, die nach Einschätzung des Verbands ohne Rücksicht auf Erträge und Netzkosten erreicht werden soll.
Die offizielle VKU-Mitteilung ist auf den 2. November 2026 datiert. Eine weitere Pressemitteilung vom 3. November nennt 50 Gigawatt.
Warum ist der tatsächliche Stromertrag entscheidend?
Der VKU verweist auf die gegenseitige Abschattung von Windparks: Stehen Anlagen zu dicht beineinander, nehmen sie sich wechselseitig Wind und ihre Stromerträge sinken. Zugleich steigen nach Darstellung des Verbands die Kosten für Offshore-Netzanbindungen und den Ausbau der Übertragungsnetze an Land.
Diese Systemkosten würden letztendlich von Unternehmen und Haushalten über die Stromrechnung getragen. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing fasst die Sorge des Verbands so zusammen:
„Mehr Gigawatt bedeuten nicht automatisch mehr bezahlbaren Strom für Haushalte und Unternehmen. Denn wenn man nicht aufpasst, ist sogar genau das Gegenteil der Fall. Die Energiewende braucht einen effizienten Ausbau, der Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen berücksichtigt.“ — Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer
Für Haushalte und Unternehmen liegt die Streitfrage damit nicht nur auf der installierten Leistung (lifepr.de). Entscheidend ist laut VKU, wie viel Strom die Offshore-Anlagen tatsächlich erzeugen und wie hoch die damit verbundenen Kosten für Netze und Übertragung werden. Damit Investitionen in Offshore-Windenergie, Netzanbindungen auf See und den erforderlichen Netzausbau an Land tragfähig bleiben, sollen Offshore-Anlagen außerdem anders als bisher konfiguriert werden, um höhere Stromerträge zu erzielen.
Welche Regeln fordert der VKU für Ausschreibungen?
Der Verband verlangt kleinere Ausschreibungsflächen mit höchstens einem Gigawatt Netzanschlusskapazität. Außerdem soll ein Bieter pro Jahr nur eine Fläche erhalten. Damit will der VKU einen Markt für wenige große Anbieter verhindern und den Wettbewerb erhöhen.
Nach Darstellung des Verbands kann mehr Wettbewerb Risiken reduzieren, die Umsetzungswahrscheinlichkeit von Projekten stärken und die Kosten des Ausbaus begrenzen (verbaende.com). Zugleich unterstützt der VKU die geplante Öffnung für Projekte in den Gewässern europäischer Partnerländer. Dadurch könnten Flächen mit günstigeren Windbedingungen erschlossen und höhere Stromerträge bei geringeren Gesamtkosten erzielt werden.
Der VKU fordert außerdem, Investitionen in Offshore-Windenergie, Netzanbindungen auf See und den Netzausbau an Land stärker an den erzielbaren Stromerträgen und den entstehenden Systemkosten auszurichten. Die Anhörung zur Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes fand im Wirtschaftsausschuss des Bundestags statt.
Was bedeutet der Vorschlag für Verbraucher und Unternehmen?
Der Verband erwartet, dass Haushalte, Unternehmen und der Wirtschaftsstandort Deutschland von einer Begrenzung der Ausbaukosten profitieren könnten. Zugleich bekräftigt der VKU, dass kommunale Unternehmen massiv in die Modernisierung der Energieinfrastruktur investieren und für eine sichere sowie bezahlbare Versorgung verantwortlich sind. Der Verband vertritt dabei nach eigener Angabe über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen.
Für die technische Einordnung vorhandener Anlagen bietet unser Portal die Hintergrundseiten zu Batteriespeichern, zur Solarpflicht ab 2027 und zur gesetzlichen Spitzenkappung. Die Offshore-Debatte selbst betrifft die Entwicklung der Strompreise insgesamt, während die genannten Seiten einzelne Technik- und Regelungsfragen rund um Photovoltaik und Speicher behandeln.
Der von VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing in der Mitteilung vom 2. November vertretene Zielkorridor liegt bei 45 bis 50 Gigawatt statt der gesetzlich vorgesehenen 70 Gigawatt bis 2045.
Quellen
- VKU zu Windenergie auf See: Mehr Strom statt mehr Gigawatt auf dem Papier — windkraft-journal.de, 2026-11-03
- Strom statt mehr Gigawatt auf dem Papier — vku.de, 2026-11-02
- VKU zu Windenergie auf See: Mehr Strom statt ... — lifepr.de, 2026-11-02
- VKU zu Windenergie auf See: Mehr Strom statt mehr Gigaw... — verbaende.com, 2026-11-03
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