Wallbox 22 kW
Eine Wallbox 22kW lädt ein Elektroauto mit bis zu 22 Kilowatt Wechselstrom – doppelt so viel wie die verbreitete 11-kW-Klasse. Auf dieser Seite vergleichen wir aktuelle Angebote für Ladestationen dieser Leistungsklasse aus verschiedenen Shops; wir verkaufen selbst nichts. Darunter erklären wir, für wen sich die höhere Leistung technisch eignet, warum Ihr Netzbetreiber vorher zustimmen muss, was die Regeln zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen bedeuten und worauf Sie beim Preisvergleich achten sollten. Einen Überblick über alle Leistungsklassen und Bauformen finden Sie in unserem Wallbox-Vergleich.
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Was eine 22 kW Wallbox technisch leistet
22 kW erreicht eine Ladestation nur am dreiphasigen Anschluss mit 32 Ampere je Phase. Der ADAC rechnet vor, dass ein Akku mit 50 kWh bei 22 kW rechnerisch in rund 2,3 Stunden voll geladen ist – vorausgesetzt, das Fahrzeug nimmt diese Leistung auch auf.
Genau hier liegt der wichtigste Punkt: Wie schnell geladen wird, bestimmt das Bordladegerät (On-Board-Charger) des Autos. Laut ADAC unterstützen zwar viele Elektroautos 22 kW, bei einigen Modellen ist der 22-kW-Lader aber nur als Sonderausstattung erhältlich. Verarbeitet das Bordladegerät nur bis 16 A je Phase, ist nach ADAC eine 11-kW-Wallbox vollkommen ausreichend; erst bei bis zu 32 A lohnt der Blick auf die 22-kW-Klasse. Als Beispiele für 22-kW-fähige Fahrzeuge nennt der ADAC unter anderem Modelle von Renault, BMW, Audi, Mercedes-Benz, Porsche, Nissan, Polestar und Smart – prüfen Sie im Datenblatt Ihres konkreten Fahrzeugs, welche AC-Ladeleistung verbaut ist.
Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass manche Fahrzeuge nur einphasig laden. Dann nutzt das Auto nur einen Bruchteil der Wallbox-Leistung – an einer 11-kW-Box zum Beispiel höchstens 3,7 kW.
Zustimmung des Netzbetreibers: der entscheidende Unterschied
Nach § 19 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) müssen alle Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitgeteilt werden. Überschreitet die Summen-Bemessungsleistung 12 kVA je elektrischer Anlage, braucht die Inbetriebnahme zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers. Eine 22 kW Wallbox braucht also die Zustimmung des Netzbetreibers, für eine 11-kW-Box genügt die Mitteilung.
Der Netzbetreiber muss sich laut NAV innerhalb von zwei Monaten nach Eingang der Mitteilung äußern. Lehnt er ab, muss er den Hinderungsgrund, mögliche Abhilfemaßnahmen und den Zeitbedarf dafür darlegen. Die Verbraucherzentrale betont außerdem: Ladestationen dürfen nur von einem Elektro-Fachbetrieb installiert werden, und die vorhandene Elektroinstallation sollte vorher geprüft werden.
Praktisch heißt das: Klären Sie die Zustimmung, bevor Sie bestellen. Wer unsicher ist, ob der Hausanschluss die Leistung hergibt, kann eine 22-kW-Box im Betrieb auch auf 11 kW begrenzen lassen – viele Geräte erlauben das per Einstellung des Ladestroms. Die Unterschiede zur kleineren Klasse beschreibt unsere Seite Wallboxen mit 11 kW.
Steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG
Seit dem 1. Januar 2024 gelten private Ladepunkte mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Die Bundesnetzagentur beschreibt die Regel so: Der Netzbetreiber darf den Strombezug bei drohender Überlastung vorübergehend auf bis zu 4,2 kW reduzieren; diese Mindestleistung steht immer zur Verfügung, das Auto lädt also weiter.
Im Gegenzug erhalten Sie reduzierte Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur nennt drei Module:
- Modul 1: pauschale Reduzierung, nach Angaben der Bundesnetzagentur je nach Netzgebiet etwa 110 bis 190 Euro pro Jahr (Werte für 2023).
- Modul 2: prozentuale Reduzierung des Arbeitspreises auf 40 % bei separater Messung.
- Modul 3: zeitvariable Netzentgelte, seit April 2025 in Kombination mit Modul 1 wählbar.
Der ADAC weist darauf hin, dass Netzbetreiber wegen dieser Steuerungsmöglichkeit den Anschluss nicht mehr pauschal mit Verweis auf eine mögliche Netzüberlastung ablehnen können. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Wallbox eine Schnittstelle für die netzorientierte Steuerung besitzt.
Wallbox 22kW Preis: Was den Unterschied macht
Einen festen Wallbox-22kW-Preis gibt es nicht. Der ADAC nennt für Wallboxen allgemein eine Spanne von rund 200 bis 500 Euro für einfache Geräte bis über 1.000 Euro für Premium-Modelle, ohne dabei nach 11 und 22 kW zu unterscheiden (abgerufen am 02.10.2026). Dazu kommen Installation, gegebenenfalls ein neuer Zählerplatz und Leitungswege – die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass zusätzliche Zählerplätze die Kosten deutlich erhöhen können. Tagesaktuelle Gerätepreise sehen Sie oben in der Angebotsliste.
Vergleichen Sie beim Preis vor allem diese Ausstattungsmerkmale:
- Fehlerstromerkennung: Manche Geräte haben eine DC-Fehlerstromerkennung integriert. Fronius gibt für den Wattpilot 22 J 2.0 ein eingebautes Fehlerstrom-Schutzmodul mit Erkennung von 20 mA AC und 6 mA DC an. Welcher Schutz in Ihrer Installation zusätzlich nötig ist, legt der Elektrofachbetrieb fest.
- PV-Überschussladen: Wer Solarstrom tanken will, braucht eine Box, die mit Wechselrichter oder Energiezähler kommuniziert. Der Fronius Wattpilot Go 22 J 2.0 lädt laut Bedienungsanleitung beim PV-Überschussladen einphasig ab etwa 1,4 kW in Schritten von 0,23 kW, schaltet automatisch oder manuell auf dreiphasiges Laden um und erreicht dann bis zu 22 kW. Mehr dazu unter Fronius Wallboxen.
- Anschlussart: Fest installierte Geräte oder mobile Boxen mit CEE-Stecker (rot, 32 A) – die CEE-Steckdose muss dann ebenfalls fachgerecht installiert sein.
- Steuerbarkeit und App: Schnittstellen für § 14a EnWG, Lastmanagement und Ladestromvorgaben.
Hersteller von Wechselrichtern bieten oft passende Ladestationen an, etwa SolarEdge, Kostal oder Sungrow.
Für wen sich die 22-kW-Klasse eignet
Eine 22 kW Wallbox ist vor allem dann sinnvoll, wenn mindestens eine dieser Bedingungen zutrifft:
- Ihr Fahrzeug (oder ein geplantes) hat ein 22-kW-Bordladegerät.
- Sie müssen tagsüber in kurzer Zeit viel nachladen, etwa bei Firmen- oder Pendlerfahrzeugen mit kurzen Standzeiten.
- Mehrere Fahrzeuge teilen sich eine Ladestation und werden nacheinander geladen.
Für die meisten Haushalte, die über Nacht laden, empfiehlt der ADAC dagegen eine 11-kW-Wallbox als guten Kompromiss. Welche Geräte nach transparenten Kriterien vorn liegen, zeigt unsere Wallbox-Bestenliste. Wenn Sie Wallbox und Photovoltaik gemeinsam planen, können Sie über unsere Angebotsanfrage Installationsbetriebe in Ihrer Region anfragen.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine 22 kW Wallbox eine Genehmigung?
Ja. Nach § 19 Abs. 2 NAV muss jede Ladeeinrichtung vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden. Liegt die Summen-Bemessungsleistung über 12 kVA je elektrischer Anlage – wie bei einer 22-kW-Wallbox –, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers nötig. Er muss sich innerhalb von zwei Monaten äußern.
Lädt mein Auto an einer 22 kW Wallbox automatisch schneller?
Nur wenn das Fahrzeug ein 22-kW-Bordladegerät hat. Ist das Bordladegerät nur für 16 A je Phase ausgelegt, lädt das Auto auch an einer 22-kW-Box mit höchstens 11 kW. Laut ADAC ist der 22-kW-Lader bei einigen Modellen nur gegen Aufpreis als Sonderausstattung erhältlich. Fahrzeuge, die nur einphasig laden, nutzen noch weniger Leistung.
Darf der Netzbetreiber meine Wallbox drosseln?
Bei Wallboxen über 4,2 kW, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, ja: Nach § 14a EnWG und der Festlegung der Bundesnetzagentur darf der Netzbetreiber den Bezug bei drohender Netzüberlastung vorübergehend auf bis zu 4,2 kW reduzieren, aber nicht abschalten. Dafür erhalten Sie reduzierte Netzentgelte (Modul 1, 2 oder 3).
Kann ich eine 22 kW Wallbox auch mit 11 kW betreiben?
Bei vielen Geräten lässt sich der maximale Ladestrom einstellen. Fronius nennt für den Wattpilot 22 J 2.0 beispielsweise Stromstufen von 10, 16, 20, 24 und 32 A. Ob eine dauerhafte Begrenzung die Anmeldung beim Netzbetreiber vereinfacht, sollten Sie mit Ihrem Elektrofachbetrieb und dem Netzbetreiber klären.
Eignet sich eine 22 kW Wallbox zum Laden mit Solarstrom?
Ja, sofern sie PV-Überschussladen unterstützt. Wichtig ist eine niedrige Startleistung: Laut Verbraucherzentrale laden E-Autos technisch mit mindestens 1,4 kW. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung, etwa der Fronius Wattpilot, können deshalb schon bei kleinem Überschuss einphasig starten und bei mehr Sonne dreiphasig laden.
Quellen
- § 19 NAV – Betrieb von elektrischen Anlagen, Verbrauchsgeräten und Ladeeinrichtungen, Eigenanlagen – Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de, abgerufen am 02. Oktober 2026
- § 14a EnWG – Steuerbare Verbrauchseinrichtungen – Bundesnetzagentur, abgerufen am 02. Oktober 2026
- 11 oder 22 kW Wallbox – ADAC, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Wallbox fürs Elektroauto anmelden – ADAC, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Elektroauto: Mit eigener Ladestation Solarstrom vom Dach laden – Verbraucherzentrale, abgerufen am 02. Oktober 2026
- Fronius Wattpilot Go 11 J 2.0 / Go 22 J 2.0 / Home 11 J 2.0 / Home 22 J 2.0 – Bedienungsanleitung – Fronius International, abgerufen am 02. Oktober 2026
Inhalt zuletzt geprüft: 04. Oktober 2026